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Homo Entrepreneuricus – das öst. Unternehmer-Gen

9.7.2010

Gibt es sowas wie das Unternehmer-Gen? Kann man Entrepreneurship erlernen? Welche Meinung haben die Österreicher von „dem“ Unternehmer? Was treibt Unternehmer an und was behindert sie?

Diese und andere Fragen haben wir uns in der Gruppe 1031 gestellt und uns  mit Persönlichkeit, Antrieb und Eigenschaften von Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich beschäftigt. Wir, das ist ein österreichisches Netzwerk von jungen Unternehmern und Führungskräften im Verbund der Industriellenvereinigung. Um mehr über die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Unternehmerimage und Unternehmerpersönlichkeit zu erfahren, haben wir vor kurzem unter Mitwirkung des österreichischen Gallup Instituts 500 Österreicher befragt, was ihrer Meinung nach einen guten Unternehmer ausmacht und welche Meinung sie zu den Selbstständigen dieses Landes  haben.

Die Ergebnisse, zusammengefasst in der Broschüre „Homo Entrepreneuricus. Antrieb – Charakter – Image. Die Unternehmerpersönlichkeit im Fokus“ wurden Ende Juni  in der „Lobby“  Agentur ACCEDO präsentiert.

Gleich zu Beginn eine erfreuliche Nachricht: Insgesamt haben Unternehmer ein durchaus gutes Image innerhalb der österreichischen Bevölkerung. Zwar hat nur eine kleine Gruppe von 16% ein „sehr positives“ Bild von dieser Bevölkerungsgruppe, aber  immerhin zwei Drittel der Befragten sehen Unternehmer als „eher positiv“. Interessantes Details am Rande: Je älter die Befragten, desto besser schneiden Unternehmer in der Wahrnehmung ab.

In der gestützten Bewertung zeigt sich, dass die meisten Befragten den Unternehmern eine hohe Kompetenz, Zukunftsorientierung und moderne Gesinnung zugestehen, man hält sie für vorausdenkend und visionär. Positiv äußert man sich auch über das Engagement und den Fleiß von Unternehmern, die Flexibilität und Aufgeschlossenheit, ihre Seriosität und ihr Verantwortungsbewusstsein. Zudem sieht man sie auch als erfolgsorientiert und zielstrebig, als qualitätsorientiert und wichtig für die Wirtschaft sowie Garanten für genügend Arbeitsplätze.

Doch nicht nur Lobeshymnen werden über die Selbstständigen dieses Landes gesunden: Denn dass alle Unternehmer ordnungsgemäß ihre Steuern zahlen glauben die wenigsten; auch bei der Frage nach dem „rücksichtsvollen und maßvollen Handelns“ zeigen sich einige Zweifler. Eine große Gruppe von 41% hält Unternehmer in Österreich für zu elitär und abgehoben, knapp zwei Drittel meinen, dass Unternehmer nur ihre eigenen Vorteile im Auge haben.

Doch die meisten Befragten können durchaus mit den Unternehmern mitleiden, denn bei den spontanen Reaktionen zum Begriff „Unternehmer“ beziehen sich die häufigsten Nennungen auf die Wirtschaftskrise; diese sind durchaus empathisch („haben es nicht gerade leicht“, „machen eine schwere Zeit durch“ etc.). Nur sehr wenige Spontannennungen sind negativ; am ehesten wirft man in diesem Fall den Unternehmern brutale Ausbeutung und Rücksichtslosigkeit vor, etwas seltener auch kleinkariertes, unflexibles Denken und Handeln.

Und was braucht es nun, um als Unternehmer hierzulande Erfolg zu haben? Laut Meinung der Befragten müsse man vor allem „innovativ, kreativ, ideenreich“ sein, gefolgt von „sozial, gerecht, fördernd“ und „vorausschauend/planend“. Auch Durchsetzungsstärke, Seriosität und Sparsamkeit zählen zu den Werten, die ein erfolgreicher Unternehmer in Österreich nach Meinung der Bevölkerung braucht; Fleiß, Kompetenz und Flexibilität ergänzen das Bild. In der gestützten Bewertung liegen Seriosität und Wirtschaftlichkeit vor Durchhaltevermögen und Lösungsorientierung, auch „offen für Neues“ und „Flexibilität“ gehören zu den sehr häufig zugeordneten Eigenschaften. Allerdings, und das ist die gute Nachricht: Nur 38% der Österreicher sind davon überzeugt, dass man zum Unternehmer geboren sein muss; der Rest meint, dass man auch diesen Beruf durchaus erlernen kann.

www.gruppe1031.at

by Joachim Zimmel

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