accedo

hide & seek

c: 2010 Micha + DURST

23.8.2010

Tja, nun ist es bald soweit. Erste Anzeichen nähren die erwartungsvolle Euphorie: Facebook goes location-based.
Das Social Network steht unmittelbar vor dem Launch des “Places” Dienstes, mit dem es sich wohl in EINEM Schritt zum Key-Player unter den Location-based-Services macht.
Eine interessante Entwicklung, deren Auswirkungen sicherlich als “dramatisch” zu bezeichnen sind. Denn nun weiß nicht nur jedermann, “wann einem der Schuh drückt”, sondern auch “wo man ist, wenns drückt”. :-)

Die eigene Identität – auch die gerade heute so viel Wert gelegt wird – kippt in fast eigenartiger Weise in den letzten Wochen.
Warum kommen wir zu dieser Annahme? Weil uns, mehr und mehr Services eingrenzen und uns dennoch Freiheit suggerieren. Sicherlich eine provokante Feststellung! Denn liest man aufmerksam Blogs, Foren und Statusmeldungen, so ist wohl jeder bestrebt sich als “kleine eigene Marke”  hochindividuell zu etablieren. Mittels der eigenen Sicht auf Dinge und dem breit publizierten Heraustragen derselben, schnuppern “wir” den vermeintlichen “Duft von Freiheit”.
Doch wie siehts tatsächlich mit der “social Freiheit” aus?

Tja, daß die eigene Identität scheinbar weniger wert ist, als jene “im sozialen Netz” scheint unbestritten! Jedenfalls, wenn man den Meldungen von Google-Chef Eric Schmidt Glauben schenken will, der jedem der sich “social-network-ungebührlich” gebährdet hat empfiehlt, mit Volljährigkeit seinen Namen zu wechseln. http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704901104575423294099527212.html?KEYWORDS=schmidt
Doch damit nicht genug!

Google Streetview ist ein weiterer Streitpunkt der Individualisten und erhitzt zurzeit die Gemüter. *Befremdenderweise in Deutschland mehr, als hier in Österreich* Der drohende “Niedergang der Privatheit” durch das Abfotografieren der Hausfassade birgt mehr Diskussionspotential, als man denkt und findet sich als zurzeit als Topthema in Medien, Blogs, auf Twitter,… (z.B. http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-08/google-streetview-maiziere )

Der Aspekt, der hier zum Tragen kommt und sicherlich erst am Anfang einer langwierigen Diskussion steht, heißt: Wer schützt uns vor Google, facebook & Co. – speziell, weil viele gar nicht mitbekommen, daß man sie (sich) schützen sollte?
Die Digitalisierung der persönlichen Lebenswelt vollzieht sich in einem enorm hohen Tempo und vielen fällt es mittlerweile schwer, mitzuhalten. Umso stärker wird der drängende Wunsch, “diesen Zug” zu stoppen – um ggf. später kontrolliert zuzusteigen.

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