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ACCEDO Salon mit Michael Nikbakhsh: Über den Anspruch, die Welt zu verbessern…

© ACCEDO; Fotograf: Stefan Caspari

21.9.2010

…und die Unfähigkeit, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. ACCEDO lud gestern, Montag 20.09., zum ersten ACCEDO-Salon nach der Sommerpause und „Die Lobby“ war voll. Rund 90 Gäste folgten der Einladung und hörten ein pointiertes und extrem aufschlussreiches Gespräch zwischen Agenturchef Christoph Edelmann und dem Stargast des Abends, Michael Nikbakhsh, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung „profil“.
Geplaudert wurde über die Wirtschaftsskandale der letzten Jahre und den persönlichen Zugang des „Journalisten des Jahres 2008“ zu seiner Arbeit. In der Lobby zu sehen waren unter anderem Journalistenkollegin Hedi Schneid von der Presse; Kelly-Boss Wolfgang Hötschl und -Marketingleiterin Maria Bauernfried; Johannes Kopf, Vorstand des AMS; Klaus Hübner von der Kanzlei Hübner & Hübner; Hubert Wieser, Country Business Manager bei Nestlé Purina PetCare; 123people-Marketingchef Bernhard Hoetzl; Lysander Oerlemans, Country Manager bei Moet Hennessy; Wurstspezialist Hans Trünkel vom gleichnamigen Unternehmen; Heidi Obermeier, Geschäftsführerin von Fressnapf Österreich; Jan Satek,  Vorstandsvorsitzender Zielpunkt; eety-Chef Richard Kernbeis; u.v.a.

„Die Rolle des Zufalls ist nicht zu unterschätzen“
Nikbakhsh unterhielt die Zuhörer mit launigen Geschichten und Sagern rund um die Wirtschaftsskandale der letzten Jahre. Bei fast allen war er in die journalistische Aufklärung involviert, wobei „die Rolle des Zufalls in jeder Geschichte nicht zu unterschätzen ist“, wie er sich oberflächlich bescheiden gab. Natürlich bereite es ihm größte Freude, wenn ihm eine gute Story gelingt, schadenfroh wäre er dennoch nicht. „Als Bürger dieses Landes bin ich erschüttert, wie leicht solche Dinge passieren und noch mehr, dass sie ohne Konsequenz bleiben.“ Seine eigene Karriere sei eine Geschichte des täglichen Scheiterns, „denn ich trete an, um die Welt zu verbessern, und das gelingt nicht.“

Brustwarzen statt Politiker
Trotz Internet und anderer Informationsquellen seien die Recherchen für eine Story nicht einfacher geworden. „Damit sind wir noch immer nicht näher an der Karibik und den dort verborgenen Konten dran.“ Generell entwickle sich die Medienlandschaft in eine völlig falsche Richtung. „Die Herausgeber interessieren sich nicht für Inhalte, sondern nur für Verkaufszahlen.“ Deshalb müsse auch er als Wirtschaftsjournalist damit leben, dass das aktuelle profil eine Brustwarze am Titelblatt zeigt. „Politikcover verkaufen sich einfach nicht.“ Was er dennoch an seinem Job liebt? „Dass ich die Frechheit haben kann, Leute, die ich gar nicht kenne, anzurufen und ihnen zu sagen, dass ich nicht einverstanden bin mit dem was sie machen.“ Grundsätzlich hätte er aber auch wieder mal gute Lust, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. „Aber es fällt mir einfach keine ein.“

Nächste ACCEDO Salon Termine:
Oktober: Dr. Alexander Gerhardinger, Bordellbetreiber und Autor des Buches „Pufferzone“
November: Wolfgang Fellner, Herausgeber der Tageszeitung „Österreich“
Dezember: Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Telekom Austria Group

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