ACCEDO-Salon mit Gerald Karner: „Der Paradigmenwechsel kann nicht geleugnet werden”

15.2.2011
Der erste ACCEDO-Salon des neuen Jahres öffnete gestern seine Pforten – mit Militär- und Sicherheitsexperten Gerald Karner, der im Gespräch mit Gastgeber Christoph Edelmann zur aktuellen Wehrpflichtsdiskussion Stellung bezog.
„Friedensstiftende Einsätze unterstützen“
Schon seit einigen Jahren karenziert und als Unternehmensberater tätig, ist der Brigadier a.D. ein profunder Kenner des österreichischen Bundesheeres.
„Niemand schreibt uns ein Wehrsystem vor“, erklärt er dem Salon-Publikum, auch die Europäische Union gebe keine Zwänge vor. Werden jedoch gemeinsam mit EU-Truppen friedensstiftende Einsätze im Ausland unterstützt, so müsse zumindest ein Teil des Kaders sowie dessen Ausrüstung „NATO-Normen entsprechen“. Es stelle sich nun die Frage, wie dies „am effizientesten zu erreichen“ sei.
Welche Aufgaben hat nun ein Bundesheer in einem kleinen Land wie Österreich? Die Rahmenbedingungen veränderten sich, so der ehemalige Leiter der Abteilung Militärstrategie im Verteidigungsministeriums. Der Paradigmenwechsel benötige „andere Streitkräfte“. So sei etwa die „Beteiligung an multinationalen Solidareinsätzen“ enorm wichtig für die Sicherheit des Landes, was allerdings neue Strukturen und Budgetverteilungen notwendig mache. Es gebe des weiteren „heutzutage keine einzige Bedrohung, die auf nationaler Ebene gelöst werden kann“, so der Literaturfan und Liebhaber französischer Küche.
„Mit hochqualitativem Berufsheer steigt dessen Ansehen“
Karner, ein klarer Befürworter eines Berufsheeres, sieht in dessen Aufbau eine wichtige Chance, dieses Ziel zu erreichen. Denn mit einem hochqualitativen Berufsheer, gutem Equipment und realistischen Aufstiegschancen für das Personal steige das Ansehen des Bundesheers – im In- und Ausland. Offen sei hier die Diskussion rund um die Zivildiener, für die er sich eine Lösung mit fairer Entlohnung wünscht. Für ein eigenes Volksbegehren, wie es Hannes Androsch dieser Tage mit seinem Bildungsvolksbegehren vorlebt und das Gerald Karner unterschreiben wird, sei seiner Meinung nach das „Thema noch nicht ausreichend diskutiert“.
Was er aber tun würde, wenn er einen Tag lang Bundeskanzler wäre? „Die Wehrpflicht abschaffen“, so Karner im Word-Rap mit Christoph Edelmann.
Zu sehen waren unter anderem Gernot Essl, Vorstand Liegenschaftsverwaltung und Finanzen der Palmers AG; Wolfgang Summer, Marketing Direktor der Santander Consumer Bank; Michael Heinzl, Leiter der Versicherungstechnik der Generali Versicherung; Christian Maetz, Director International Sales der Telekom Austria Group; Richard Kernbeis, Geschäftsführer eety; Dietmar Müller, Mitglied des Vorstandes der Berndorf AG; Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes; Alfred Hödl, Direktor Campus Leitbetrieb Austria; Jürgen Brandstätter von Brandstätter Rechtsanwälte GmbH; Ralph Vallon, Leiter der Konzernkommunikation der Wiener Stadtwerke Holding AG, uvm.
Sehen Sie hier die Fotos des Abends


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