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ACCEDO Salon mit Eva Dichand: „Wir werden die letzten sein, die in Österreich aussterben“

E. Dichand  C. Edelmann

15.6.2010

Dr. Eva Dichand, Herausgeberin der Gratistageszeitung „heute“, lockte am Montag Abend zahlreiche Besucher in den ACCEDO Salon – den letzten vor der Sommerpause. Rund 90 Gäste hörten dem Gespräch zwischen ACCEDO-Geschäftsführer Christoph Edelmann und der „Medienmanagerin des Jahres 2005“ zu, die über die Zukunft von Tageszeitungen, die Macht der Medien und wachsende Auflagenzahlen sprach.

Zu sehen waren unter anderem Paul Goess, Geschäftsführer von Radlberger Getränke; Rene Haiden, Aufsichtsratsvorsitzender der Alizee Bank; Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl; Paul Koch (Kika Möbelhandelsges.m.b.H.); „Bäckermeister“ Kurt Mann; Angelika Zeisberg von der Deutschen Telekom AG; News-Chefredakteur Peter Pelinka; Petra Standl-Steinkellner (IBM Österreich GmbH); Rudi Semrad, Geschäftsführer von Swatch Österreich; Gerhard Fritsch von Spar Österreich; Eduard Zehetner von der IMMOFINANZ Group; u.v.a.

„Die Nackerte ist nicht mehr nackert“

Der größte Teil des Gesprächs drehte sich – wie konnte es anders sein – um die Situation von Tageszeitungen – jetzt und in Zukunft. Dass es Printmedien noch lange geben wird, davon ist Eva Dichand überzeugt, denn „das Buch ist auch nicht ausgestorben.“ Und selbst wenn es in Österreich zu einem Sterben der Tageszeitungen käme, „wir werden die letzten sein, die noch am Markt sind, denn wir sind gratis und unterhalten die Leute.“ Dementsprechend finden sich in dem 32- bis 48-seitigen Heft auch 4 Seiten an „Adabei-Geschichten“, wobei darauf geachtet wird, vor allem das junge Zielpublikum anzusprechen. „Deshalb ist bei uns die Nackerte auch nicht mehr nackert, sondern wir positionieren sie in Richtung Fashion“, meint die Herausgeberin in Hinblick auf die vielen Schüler, die ihre Zeitung lesen. Ansonsten sei sie darauf erpicht, nicht partei-, sondern sachpolitische Themen aufzugreifen und dabei Schwerpunkte zu setzen, um öffentliche Anliegen publik zu machen. Mit der Frage, wie viel Macht sie als Herausgeberin der größten österreichischen Gratiszeitung – die in Wien knapp hinter der Kronenzeitung und weit vor den anderen Tageszeitungen rangiert – hat, hält sich Eva Dichand nicht auf. „Es geht ja nicht darum, seine eigene Meinung durchzusetzen, sondern man muss ein Thema finden, hinter dem die Leute stehen.“ Andererseits ist sie schon stolz darauf sagen zu können, dass es „heute“ war, das sich als erste auf den Skylink-Thematik am Wiener Flughafen gesetzt hat.

Erhöhung der Auflage, aber keine Sonntagsausgabe

Denn trotz aller Unterhaltung setzt die Frau von Krone-Chefredakteur Christoph Dichand auf Qualitätsjournalismus und lässt sämtliche Geschichten von ihren insgesamt 50 Redakteuren selbst recherchieren. „Wir besuchen zwar so gut wie keine Pressekonferenzen, aber wir bekommen trotzdem alle Infos die wir brauchen“, so die selbstsichere Zeitungsmacherin. Dass das Konzept gut ankommt, zeigen die stetig wachsenden Auflagenzahlen, auch wenn die Herausgeberin keine wirklichen Daten nennen kann bzw. will. „Sonst wird man gleich geklagt, wenn man Auflagen behauptet, die von der Medienanalyse nicht kontrolliert wurden“, so der kleine Seitenhieb auf die Konkurrenz. Dass „heute“ seit der letzten Zählung gewachsen ist, davon ist sie allerdings überzeugt. Denn seit kurzem ist das Gratisblatt auch im Burgenland erhältlich und die Auflagen in Nieder- und Oberösterreich wurden erhöht. Eine Sonntagsausgabe wird sie aber dennoch nicht einführen, das zahle sich nicht aus. Genauso übrigens wie Kleinanzeigen. „Wir leben von den Schaltungen im Bereich Lebensmittel-, Elektro- und Möbelhandel“, erklärt Dichand das Einnahmenkonzept der Gratiszeitung.

Dreifache Mutter und „Young Global Leader 2010“

Zum Abschluss des Gesprächs sprach Eva Dichand über ihre jüngste Auszeichnung, dem „Young Global Leader Award“. Im Februar dieses Jahres wurde die dreifache Mutter als einzige Österreicherin zum “Young Global Leader 2010″ nominiert, die jedes Jahr vom World Economic Forum in Davos bestimmt werden. Dichand selbst geht es weniger um die Auszeichnung, „die wahrscheinlich nicht zu toppen ist“, als eher um die Möglichkeit, interessante Persönlichkeiten zu treffen und ein Netzwerk aufzubauen. Noch wichtiger ist und bleibt für die 37-jährige Topmanagerin aber ihre Familie – daher auch ihr Wunsch, im nächsten Leben den gleichen Mann zu heiraten, und Hausfrau zu sein. „Und das meine ich durchwegs positiv – ich hätte einfach gern mehr Zeit für meine Kinder.“

1 Kommentar

  1. Olga_Royenko sagt:

    Hallo.
    Ich mochte mit Ihrer Website http://www.accedogroup.com Links tauschen

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